
Auf der Suche nach einem möglichen Standort für ein Windrad stießen wir auf das Gelände der ehemaligen Bauschuttdeponie in Geismar, das seit Jahren geschlossen war und zu einem Erholungsgebiet renaturiert wurde. Mit ca. 900 m Abstand war der Platz weit genug von einer Wohnbebauung entfernt. Das Gelände gehörte der Stadt Göttingen.
Schon bevor unsere Bauvoranfrage von der Stadt Göttingen beantwortet und entschieden war, nämlich im Dezember 1995, hatte die Energie-Verbund-Angerstraße GmbH einen „Antrag auf Gewährung einer Zuwendung für ein Vorhaben zur Erprobung von Windenergieanlagen im Rahmen der Maßnahme 250 MW Wind“ gestellt.
„Das vom Bundesforschungsministerium initiierte … 250 MW Wind – Programm hatte das Ziel, die Windenergie in energiewirtschaftlich nennenswerter Größenordnung zu erproben, Langzeiterfahrungen zu sammeln und Anreize für die Installation einer größeren Zahl von Windenergieanlagen durch unterschiedliche Betreiber an unterschiedlichen Standorten zu schaffen. … Es trug dazu bei, dass der Weg für das Modell der gesetzlichen Einspeiseregelung für erneuerbare Energien geebnet werden konnte, denn erstmals wurde an Stelle eines Investitionszuschusses eine ertragsbezogene Förderung gewährt.“ [1]
Mit der Mittelvergabe war das Forschungszentrum Jülich GmbH als Projektträger Biologie, Energie, Ökologie (BEO) beauftragt. Nach einigen Nachfragen und Klarstellungen erhielt die GmbH am 9. September 1996 den Zuwendungsbescheid, mit dem die WEA gebaut werden konnte. Am 1.5. 1998 ging EVA 2 in Betrieb. Das Windrad hat nach fast 27 Betriebsjahren ca. 32 Millionen kWh ins Netz eingespeist.
[1]: Dörte Ohlhorst, Windenergie in Deutschland, S.130f