Historie Seite 4

In einem Artikel in der Zeit aus dem Jahr 2006 kann man die Geschichte nachlesen, wie es zum Stromeinspeisegesetz von 1991 kam. [1] Der CSU-Politiker Matthias Engelsberger aus Siegsdorf bei Traunstein betrieb ein Wasserkraftwerk, das die Gemeinde mit Strom versorgte. Er hatte sich viele Jahre mit den Netzbetreibern über die Preise für Stromeinspeisung gestritten. Die Stromkonzerne feilschten unerbittlich um Minimalbeträge. Er fand im Grünenpolitiker Wolfgang Daniels einen Verbündeten für eine Festvergütung für ökologischen Strom. Bei den Grünen wurde eine entsprechende Initiative schon länger diskutiert. Sie arbeiteten einen Entwurf für ein Gesetz aus. Die Fraktion der CSU zog mit, „die meisten der Parlamentarier betrachteten das Stromeinspeisegesetz als Bonbon für ökologisch Bewegte. Was waren schon 50 Millionen Mark, die das Gesetz in den ersten Jahren kostete, gegen die vielen Milliarden, die in der Energiewirtschaft umgesetzt wurden.“ [2] Doch es kam anders: das Gesetz öffnete die Schleusen für eine Entwicklung alternativer Energieerzeugung, weil sich die Projekte für Bürgerinitiativen auf einmal wirtschaftlich rechnen ließen. Es kam zu einem Boom bei Produktionsstätten erneuerbarer Energien. Während sich 1991 noch weniger als 1000 Windräder drehten, gab es 1999 schon über 10 000 WEA, darunter auch die WEA in Deiderode und Göttingen-Geismar.  

Das Stromeinspeisegesetz 1991 umfasst drei Paragraphen, die auf weniger als einer DIN A4-Seite regelten, dass die EVU‘s verpflichtet sind, Strom aus regenerativen Umwandlungsprozessen von Dritten abzunehmen und zu akzeptablen Preisen zu vergüten. Dabei betrug die Vergütung für Strom aus Windkraft und Sonnenenergie 90 Prozent des über einen bestimmten Zeitraum gemittelten Durchschnittserlöses der EVU’s für Strom. Dieser wurde Jahr für Jahr neu festgelegt. 1996 betrug er ca. 16 Pfg. pro kWh.

Dieser Schritt in die Energiewende wurde dann durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das im Jahr 2000 von der Rot-Grünen Regierung mit dem Umweltminister Jürgen Trittin verabschiedet wurde, erweitert.

[1]: Andreas Berchem; ZEIT online; abgerufen am 22. Juni 2026 von https://www.zeit.de/online/2006/39/EEG

[2]: Andreas Berchem, a.a.O. S. 2